Wiener Bronzen sind kleine, fein modellierte Figuren, die ab dem 19. Jahrhundert in Wiener Werkstätten entstanden. Typisch sind Tiermotive, Genreszenen und Alltagsfiguren, oft nur wenige Zentimeter gross und erstaunlich detailliert.
Kaltbemalt statt glasiert
Das auffälligste Merkmal ist die Kaltbemalung: Die Farbe wurde nach dem Guss aufgetragen und nicht eingebrannt. Sie reibt sich an Kanten, Nasen und Pfoten mit der Zeit ab. Solche Spuren sind bei alten Stücken normal und kein Mangel, sondern ein Hinweis darauf, dass eine Figur benutzt und bewegt wurde.
Grösse, Gewicht und Guss
Bronze ist schwer. Eine kleine Figur wiegt spürbar mehr, als sie aussieht. Nachbildungen aus Zinkguss oder Kunstharz wirken im Vergleich leicht. Ein Blick auf die Unterseite lohnt sich: Gussnähte, Feilspuren und eine sauber gearbeitete Standfläche erzählen viel über die Machart.
Marken und Signaturen
Viele Wiener Bronzen tragen keine Marke. Die bekannteste Wiener Werkstatt war die von Franz Bergmann; ihre Arbeiten sind häufig mit einem Signet in Form einer Vase oder Amphore versehen, manche zusätzlich mit einer Modellnummer. Fehlt eine Marke, bleibt die Zuordnung eine Einschätzung anhand von Motiv, Machart und Bemalung.
Antik oder modern
Figuren im Wiener Stil werden bis heute hergestellt. Sie sind dekorativ und oft sauber gearbeitet, gehören preislich aber in eine andere Kategorie als ein altes Stück. In unseren Beschreibungen steht deshalb jeweils dabei, ob wir ein Objekt als antik oder als moderne Arbeit einordnen.
Zustand richtig lesen
- Patina: gewachsene Oberfläche, die man nicht wegputzen sollte.
- Farbabrieb: typisch bei Kaltbemalung, mindert den Wert vor allem bei grossflächigem Verlust.
- Fehlstellen und Reparaturen: geben wir an, soweit wir sie erkennen.
- Standfestigkeit: Sockel und Verschraubung prüfen, besonders bei Figuren auf Marmor.
Wenn Sie zu einem Stück Fragen haben, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Am liebsten zeigen wir Ihnen die Objekte persönlich in Sugiez, dort können Sie sie in die Hand nehmen.